snailmail
ÜBER UNS · EIN BRIEF AN DICHWarum der Name?
VON: DEM SNAILMAIL-TEAM
AN: DICH, AUF DER ANDEREN SEITE DES BILDSCHIRMS

Hallo du,

Wir haben ziemlich große Ideen für die Zukunft. Vorerst passen sie durch einen Briefschlitz.

Uns geht es um das Gefühl, etwas zu bekommen, das nur für dich bestimmt sein kann. Nicht einfach, weil dein Name darauf steht. Auf deiner Stromrechnung steht er auch. Wir möchten gern ein bisschen mehr bieten.

Wir meinen ein vertrautes Gesicht, eine gemeinsame Erinnerung, einen Witz, den seit elf Jahren auf unerklärliche Weise genau zwei Menschen lustig finden. Etwas, bei dem du denkst: „Die kennen mich wirklich.“ Mehr Menschen sollten dieses Gefühl erleben. Also sind wir hier und machen uns Gedanken über Postkarten.

Lange hieß günstiger produzieren, gleiche Dinge zu produzieren. Das war eine praktische Lösung für ein Fertigungsproblem. Als Erklärung dafür, wie Menschen sind, überzeugte es etwas weniger.

Wir glauben, dass Technologie uns den Spielraum gibt, Dinge stattdessen für einen Menschen zu gestalten. Für seinen Geschmack, seine Geschichten, seine ganz eigene Vorstellung davon, was gut aussieht. Personalisierung sollte weiter gehen, als irgendwo deine Initialen unterzubringen. Du hast eine ganze Persönlichkeit. Schade, davon nur die Anfangsbuchstaben zu nutzen.

KI sollte die Welt bereichern. Sie sollte dir helfen, etwas zu gestalten, das sonst nur in deinem Kopf geblieben wäre. Zum Beispiel ein Gemälde deines Vaters als Renaissance-Herzog mit einem Laubbläser in der Hand. Wir wissen nicht, wozu er den Laubbläser braucht. Du schon. Darauf kommt es an.

Du bringst die Fantasie, die Erinnerungen und den Grund mit, etwas zu gestalten. Technologie hilft dir, es Wirklichkeit werden zu lassen. Du gestaltest. Die Software darf die Karte nicht unterschreiben.

Und manchmal sind ein Foto und „Du fehlst mir“ schon alles, was es braucht. Dann sollten wir klug genug sein, beides einfach so zu lassen. Nicht jeder schöne Moment braucht ein Upgrade.

Wir möchten es leichter machen, aufmerksam zu sein. Den Gedanken bringst du mit. Drucken, Verschicken und all die anderen Dinge, die aus einer schönen Idee plötzlich drei Besorgungen machen, übernehmen wir.

Wir mögen das Internet übrigens. Schon deshalb, weil wir selbst dort sind. In einem Gruppenchat steckt echte Freundschaft und in einem Foto auf deinem Handy echte Bedeutung. Wir glauben nur nicht, dass alles Gute, das dort passiert, auch dort bleiben muss.

Eine Erinnerung kann zu etwas werden, das bei jemandem im Küchenregal steht. Sie wird Teil eines ganz normalen Dienstags, fällt beim Warten auf den Wasserkocher ins Auge. Ein schönes Leben für ein Foto, finden wir. Jedenfalls eine Überlegung wert, neben dem Wiederentdecken bei der nächsten Speicherwarnung.

Je leichter es wird, Dinge auf Bildschirmen zu gestalten, desto wichtiger finden wir, was jenseits davon passiert.

Du hast weiterhin nur eine begrenzte Zahl an Nachmittagen mit den Menschen, die du liebst. Wie klug unsere Werkzeuge auch werden: Deine Aufmerksamkeit bleibt etwas, das nur du schenken kannst. Wir wollen sie nicht hier festhalten, nur damit eine Zahl auf einem Dashboard steigt. Wir wollen dir helfen, ein wenig davon jemandem zu schenken, der sich darüber freut.

Dann kannst du den Tab schließen.
Wir versuchen, es nicht persönlich zu nehmen.

Natürlich wird es leichter, wie ein gutes Unternehmen auszusehen. Man kann eine schöne Website bauen, nachdenkliche Dinge sagen und ein ganzes Manifest darüber veröffentlichen, wie nachdenklich diese Dinge sind. Diesen Teil haben wir offenbar erledigt.

Ein gutes Unternehmen zu sein, braucht mehr als schöne Worte.

Das Produkt soll besser sein als die Werbung. Wir versprechen lieber etwas weniger und liefern etwas mehr – mit klaren Erwartungen und kleinen Überraschungen in die richtige Richtung. Wenn wir einen Fehler machen, ist es unsere Verantwortung, ihn einzugestehen und ihn so gut wie möglich zu beheben. Du solltest uns dafür nicht diese Seite zitieren müssen.

Vertrauen kannst nur du uns schenken. Du darfst damit gern warten, bis die Postkarte da ist.

Mit Postkarten fangen wir an. Die größere Idee ist, Dinge für bestimmte Menschen und Anlässe zu gestalten, statt für den „Durchschnittskunden“, dessen Adresse wir bisher nicht finden konnten. Dinge, die sich ganz nach dir anfühlen, weil sie wirklich für dich gemacht wurden.

Wir wollen die Welt nicht mit noch mehr Dingen füllen. Davon scheint es schon ausreichend zu geben. Wir wollen Dinge mit einem Grund, da zu sein. Und möglichst einem besseren Grund als „Wir dachten, das könnten wir verkaufen“.

Ganz schön viele Gedanken für eine Postkarte. Zum Glück muss davon nichts auf die Rückseite.

Wer sie bekommt, braucht keine Meinung zu künstlicher Intelligenz oder zur Zukunft der Fertigung. Die Person weiß einfach, dass du an sie gedacht hast. Dass du etwas für sie gestaltet hast. Und jetzt hält sie es in der Hand.

Gestalte etwas, das Freude macht.

Alles Liebe,
Dein Snailmail-Team

Internetzauber. Schneckenpost.

P.S. Warum der Name?
Ein paar Minuten. Jede Menge Gedanken.
Das Praktische
P.S. WARUM „SNAIL MAIL“?

Ein alter Spitzname.
Ein neuer Grund,
ihn zu mögen.

Anfang der 1980er wurde „snail mail“ verwendet, um die physische Post von der E-Mail zu unterscheiden. Die eine reiste durch ein Netzwerk. Für die andere brauchte es einen Menschen, eine Tasche und ein vernünftiges Paar Schuhe.

Der Spitzname bezog sich auf die Geschwindigkeit. Wir mögen ihn aus einem anderen Grund: etwas Gutes aus dem Internet, das tatsächlich in deinem Leben ankommt.

Den Namen haben wir behalten. Das Gefühl haben wir verändert.

Eine kleine historische Fußnote

Gemeint ist die Bedeutung aus der E-Mail-Zeit, nicht die Behauptung, der Ausdruck sei in den 1980ern erfunden worden. Merriam-Webster datiert den dokumentierten modernen Gebrauch auf 1982 und nennt ein InfoWorld-Beispiel von 1983. Das Oxford English Dictionary verzeichnet ältere Verwendungen des Ausdrucks.

DIE FRÜHEN E-MAIL-JAHRE
1980er 1990er
E-Mails wurden schneller.
Die Post bekam
einen Spitznamen.
snail mail / Substantiv

Echte Nähe. Per Post.

Echte Verbundenheit beginnt mit etwas Persönlichem.

Gestalte jemandem eine Postkarte

Du machst sie persönlich. Wir bringen sie in den Briefkasten.